bewerbungsmarathon
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Bewerben ist inzwischen eine harte Praxis geworden. Das weiß jeder, der in letzter Zeit durch einen solchen Prozess musste. Schon lange sind die Zeiten vorbei, in denen (fast)
jeder sofort einen Job bekam. In der heutigen Zeit wird lange studiert und wenn man fertig ist muss man feststellen, dass danach immer noch Praktikas
und Volontariate auf einen warten. Denn ordentliches Geld verdient man dann meistens auch noch nicht.
Ich will nunmehr von meinem Bewerbungsmarathon berichten und an euren Erfahrungen teilhaben.
Begonnen hat bei mir alles schon während des Studiums, als ich noch nebenbei bei einem Anwalt gearbeitet habe. Dort durfte ich
Kopierarbeiten erledigen, Botengänge und ab und zu kam auch mal eine interessante Akte auf meinen Tisch. Leider brauchten man dort keine Mediengestalterin, so dass
ich mich nach meinem Abschluss anderweitig umsehen musste. Also war ich darauf
angewiesen mich nach einer anderen Arbeit um zuschauen.
Der Gang zur Arbeitsagentur blieb mir
leider nicht erspart. Der Berater erklärt mir jedoch, dass
ich vom Amt zunächst nicht viel zu erwarten hätte. Studierte müssen sich selbst kümmern. "Hier werden nur die
Menschen ohne abgeschlossenes Studium vermittelt." so seine ungefähre Aussage. Ein harter Schlag für mich, aber es nutzte ja nichts. Ich fing also an dutzende Bewerbungen zu schreiben. Ich bewarb mich auf alles und
bekam unzählige Absagen. Oft kam als Begründung: "Sie sind zu jung" oder "Ihnen fehlt die Berufspraxis." Diese Aussagen kamen natürlich nur, wenn ich anrief. Da hätte ich als
Berufsanfänger nie eine Chance gehabt. Eine Werbeagentur Düsseldorf hat
mir nur angeboten mindestens noch 2 Jahre als Praktikant zu arbeiten.
Unter Umständen wäre dann eine Übernahme möglich gewesen. 2
Jahre?! Wozu haben ich dann 4 Jahre studiert? Und wovon soll ich überhaupt in der Zwischenzeit leben? Immerhin habe ich mein Studium auch mit "gut" abgeschlossen. Ich komme mir auf
dem Arbeitsmarkt als ungewünscht vor ... und das gerade einmal mit mit 24 Jahren. Das ist sehr deprimierend und um es nicht zu nah an mich herankommen zu lassen, will ich mir hier alles von der Seele schreiben. Bis demnächst!
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